Natürlich ist die Protokollierung des geballten Unsinns von “Tea Party”-Kandidaten meist müßig, doch Michele Bachmanns jüngste Stellungnahme, wonach Obama Schuld an der jüngsten Serie an Revolutionen in der Arabischen Welt habe, ist unwiderstehlich. Seine “Schwäche” in der Außenpolitik habe die Aufstände beflügelt, so Bachmann.

Die Aussage ist so absurd auf so vielen Levels, dass es Schwindelgefühle erregt. Dass sie es Obama in die Schuhe schiebt, heißt natürlich, dass Bachmann die Revolutionswelle verdammt (oder sie wachte plötzlich als glühender Obama-Fan auf…). Zu verdammen? Der Sturz der Tyrannen Mubaraks, Gaddafi? Die Chance einer ganzen Generation auf eine Zukunft?

Ach ja, das alles erachtet Israel natürlich mehr als Bedrohung als Chance. Und die US-Rechten überbieten sich stets mit blinder Gefolgschaft selbst der verbohrtesten Israel-Führungen. Und was ist schon das Schicksal von 80 Millionen Ägyptern, 6,6 Millionen Libyern, zehn Millionen Tunesiern und all den weiteren Millionen, die noch um das Ende ihrer Knechtschaft ringen?

Druck üben Bachmann & Co natürlich nie auf Israels radikale Siedler aus, die den Judenstaat selbst seit Jahrzehnten in Geiselhaft halten und dauernden Frieden unerreichbar machen. Atemberaubend dann auch noch Bachmanns Analogie zum Schah-Sturz unter Carter, der als Startschuss zum islamischen Dschihad gesehen wird (zumindest dieser Punkt ist geschichtlich untermauert). Doch die Rebellen von Benghazi oder die Facebook-Kids vom Tahrir-Platz mit der Mullah-Revolte zu vergleichen, ist ein starkes Stück. Dass Bachmann keine Chance hat, jemals vom Oval Office aus die Welt ins Verderben zu stürzen, ist beruhigend. Doch kaum einer der anderen GOP-Kandidaten sieht das Nahost-Puzzle anders. Die Mantra: Mit Israel auf Gedeih und Verderb.