350.000 Dollar, pro Jahr. Sicher kein schlechtes Gehalt, selbst für ein teures Pflaster wie New York. Doch Wall-Street-Konsulent Andrew Schiff schüttete nun dem Finanzdienst “Bloomberg News” sein Herz aus, als stünde er knapp vor dem Gang in die Obdachlosen-Unterkunft.

Zwar liegt sonst das US-Durschnittsgeahlt bei 49.445 Dollar (laut US Census Bureau), Und Schiff verdient siebenmal so viel. Doch früher war es eben noch mehr, bevor im letzten Jahr die Cash-Boni im Schnitt um 15 % fielen. Anlass genug zum Gürtelengerschnallen. Und Jammern. Denn Schiffs Salär reiche nun nicht mehr für die Gebühren der Privatschule für die drei Kids, das Mietsommerhaus in Connecticut und den geplanten Ausbau seines Brooklyn-Duplex. Damit sind auch die Träume von einem Geschirrspüler geplatzt, wie er weiter lamentierte (welche Prioritäten der Mann setzt, dass er als Top-Verdiener die Teller weiter händisch spült, ist ein anderes Rätsel…). Schiff ist jedenfalls nicht happy, das Leben in New York, von dem er immer träumte, rücke angesichts der herzerweichenden Bonikürzungen in “immer weitere Ferne”.

Vermögensberater Alan Dlugash hört das Klagen allerorten, seine wohlhabenden Klienten sind gestresst. “Leute ohne Geld verstehen diese Probleme nicht”, versteigt er sich zu einer eigentlich fast beleidigend blöden Aussage. Tatsächlich, wer weiß wirklich bescheid über die knallharten Entscheidungen, die durch das austrocknende Boni-Füllhorn nun zu treffen sind: Hedgefonds-Manager Richard Scheiner etwa überlegt Kürzungen bei den Jahresausgaben für seine beiden Hunde. 17.000 Dollar gibt er für die glücklichen Vierbeiner aus, inklusive Gesundheitsvorsorge, Gourmet-Futter und den obligatorischen Dog-Walker. Zwei Motorräder hat er auch schon verkauft. Doch dann wird es echt schwer: Auf was kann verzichtet werden?  Das “Porsche 911 Carrera 4S”-Cabrio, das neben zwei Audis noch in der 500-Dollar-pro-Monat-Garage steht? Oder die Mitgliedschaft im “Trump National Gold Club” in Westchester um $7.500 pro Jahr?  Leicht ist es nicht.

Wie drastisch die Einschnitte sind, erhält ein weiteres Opfer der neuen Banker-Depression: Der erzählt, wie er jüngst sein Luxusauto zu einem Supermarkt in Brooklyn lenkte, um Diskont-Lachs um $5,99 pro Pfund zu kaufen.

Vermögensberater Dlugash bemüht sich am Ende noch mit weiteren Erklärungen über das neue Weihklagen in der Finanzindustrie: “Wenn jemand statt 50.000 nur mehr 40.000 verdient, muss er den Gürtel enger schnallen – doch das ist genauso schmerzhaft für die Leute mit den großen Nummern…”