Interviews 2008
# 20. Dezember: Mondduo Paungger/Poppe: “Nehmen es mit Humor”
Das ist aber lieb von dir“, sagt Thomas Poppe, während er mit Frau Johanna Paungger Tannenzweige flechtet. Tochter Martina hat ihm die Schüssel mit den Resten des Teiges für die Weihnachtsbäckereien gebracht – „zum Auslecken“, wie er sich jetzt sichtlich freut.
Christmas in White Plains. Ihre ersten Weihnachten feiern die Mondexperten in ihrer 250-Quadratmeter-Villa im Ort White Plains nahe New York. Im Gespräch mit MADONNA schildern die Bestsellerautoren (13 Mio. verkaufte Bücher) die intensiven Weihnachtsvorbereitungen, Kuriositäten des Ami-Alltags – und wie sie – trotz aller Herausforderungen –den „schwierigen“ US-Markt mit ihrem Mondwissen erschließen wollen.
Was planen Sie zu ihrem ersten Weihnachtsfest in den USA?
Paungger: Wir feiern traditionell, mit Bescherung am Heiligen Abend. Wir stecken mitten im Dekorieren, hängen Tannenzweige auf, basteln an Verzierungen. Und wir arbeiten unter Hochdruck an einem Sortiment an Weihnachtsbäckereien. Richtige Vanillekipferl sind hier ja nicht zu haben. Doch am Christtag werden wir doch drei Strümpfe für die Kinder aufhängen – als Tribut an unsere neue Heimat.
Ist Ihnen der Shopping-Wahn im Advent hier nicht zu viel – kürzlich wurde ja sogar ein Einkäufer totgetrampelt?
Poppe: Wir meiden die Einkaufszentren, aber insgesamt ist es nicht schlimmer als in Europa. Wir haben Glück: In unserer Nachbarschaft leben viele Juden, die wenigstens ihre Häuser nicht so kitschig mit Leuchtgirlanden vollpflastern wie viele Amerikaner. Mit Energie sparsam umzugehen, ist hier ja kein Volkssport.
Nach fünf Monaten in ihrem neuen Heim bei New York: Wie haben sie sich akklimatisiert?
Paungger: Das Haus ist nun komplett eingerichtet, wir haben es – so gut es ging – auch in Harmonie mit dem Mond gebracht. Und wir nehmen das „Schlampige“ des US-Alltags mit Humor aber oft auch mit Erstaunen zur Kenntnis: Handwerker erscheinen zu abgemachten Terminen einfach nicht, Möbelpacker weigern sich, Komoden durch den engen Stiegenaufgang ins Obergeschoss zu befördern.
Wie weit sind Sie, nun auch Amerika über die Kraft des Mondes aufzuklären?
Poppe: Wir feilen noch an einem Schlüssel, wie wir dieses Tor am besten aufschließen. Der Bedarf ist ja gewaltig: Jeden Tag staunen wir, wie uns unsere Freunde und Bekannte Beschwerden mitteilen, die sie allein mit richtiger Ernährung locker beheben könnten. Mitunter ist die Ahnungslosigkeit fast grotesk! Nur der Start zur Vermittlung unseres Wissens ist hier schwieriger als gedacht, auch deshalb, weil es hier Alltagsgewohnheiten gibt, die echten Fortschritt verhindern: Sie lieben englische Rasen – während ein Kräuterwiese, die Gesundheit bringt, so gut wie unbekannt ist. Symptombekämpfung ist hier noch das Maß aller Dinge.
Sie haben doch einen Riesenerfolg in Europa vorzuweisen?
Paungger: Das war den bisher kontaktierten Verlegern reichlich egal. Die sehen alles nur durch die US-Brille. Doch der Plan ist unverändert: Wir wollen hier Bücher publizieren und mit Vorträgen aufklären! Dabei dürfen aber keine Brücken nach Österreich abgebrochen werden: Die Leserbetreuung klappt bestens, Und im Mai kommt auf mich ein Filmprojekt in Deutschland zu.
Was spüren sie von der brutalen Rezession hier?
Poppe: Wenn ich mich mit Bekannten treffe, merke ich erst, wie exponiert die zu den Aktenmärkten sind. Wenn der „Dow“ stürzt werden die während unseres Gesprächs sekündlich ärmer. Und sind dementsprechend gelaunt. Ich versuche zu trösten: „Jeden Wellental folgt ein Wellenberg“.
Wie geht es den Kindern in der Schule – und wie gefällt es ihnen insgesamt hier?
Poppe: Es war die beste Entscheidung unseres Lebens, dass wir sie in Wien in auf die „International School“ schickten. Das machte die Umstellung zu einem Klacks. Daniela und Martina finden sich gut zurecht – und Andreas wartet auf den Aufnahmebescheid am „Sarah Lawrence College“.
Das ist doch die Uni, die auch Obamas neuer Stabschef Rahm Emanuel besuchte?
Poppe: Das war kein Kriterium bei der Wahl, eher die Ausrichtung auf die schönen Künste. Andreas hatte Startschwierigkeiten, da ein 19-Jähriger hier total bevormundet wird. Doch jetzt hat er einen großen Freundeskreis, einen eigenen Aufgang zu seinem Zimmer. Seine Kumpel kommen gerne zu uns: Vielleicht dürfen sie hier mehr als in ihrem Zuhause. Wenns zu laut wird, rufen wir ihn am Handy an.
Im Haus am Handy?
Paungger: Das ist so vereinbart. Einmal klingeln und auflegen heißt: Bitte Leiser! Sein Zimmer ist seine Privatsphäre. Er führt unter unserem Dach ein eigenständiges Leben.
Wie ist der Unterschied in den Schulstandards?
Paungger: Die Verhaltensregeln in der Schule sind extrem strikt, fast paranoid. Um auf die Toilette gehen zu dürfen, braucht man einen „Pass“. Der Lehrplan ist ein wenig „ungenauer“ – aber die Standards zu Österreich sind vergleichbar.
Poppe: Toll ist vor allem: Kinder werden, wenn sie für etwas absolut kein Talent haben, nicht gebremst in anderen Fächern: In Europa bleiben ja oft selbst Genies auf der Strecke, weil sie nicht Wurzelziehen können. Vorsichtiger müssen meine Töchter nur beim Politisieren sein: Alle staunten, als sie Obama hitzig in einer Debatte verteidigten. Hier sagt man offenbar bloß seine Meinung – und belässt es dabei… Obwohl, viele McCain-Fans gab es hier ohnehin nicht: Eine Testwahl unter Schülern ging 363 zu 4 für Obama aus.
Zitterten Sie am Wahltag?
Paungger: Wir hatten uns seelisch auf das schlimmste vorbereitet: Was wenn die wirklich so ignorant sind und McCain wählen? Aber mit Obamas Triumph kann man wieder stolz sein auf Amerika.
Wollen Sie bleiben?
Paungger: Ja, es fühlt sich hier an wie Heimat.
# 29. November: Terror-Experte Gunaratna: “Westen im Visier!”
Rohan Gunartana gilt als weltweit bekanntester Al-Kaida-Kenner, sein Bestseller „Inside Al Qaeda“ als Antiterror-Bibel. Ich erreichte den Experten telefonisch in Singapur:
Haben wir beim Horror in Bombay das neue Gesicht des Terrors gesehen?
Gunaratna: Wir erlebten eine Attacke im typischen Al-Kaida-Stil: Zwar nicht direkt angeordnet von Osama Bin Laden, doch inspiriert durch Al-Kaidas Mythologie und Ideologie. Dazu die klassische Taktik: Symbolische Angriffsziele, die Absicht, massakrieren aber auch selbst sterben zu wollen. Der Tatort war diesmal Bombay. Doch der Angriff galt dem Westen
Die Attacke wird als „Indiens 9/11“ bezeichnet, in Anlehnung an den Twin-Tower-Horror des 11. September: Wie steht es um den Krieg gegen den Terror insgesamt?
Gunaratna: Das Blutbad in Bombay ist ein Weckruf für alle, die die Gefahr des weltweiten Al-Kaida-Terrors immer noch nicht ernst genug nehmen. Obwohl fast alle Angreifer getötet wurden, könnten sie jederzeit wieder zu schlagen: Die Infrastruktur für die Planung und Exekution ist intakt – und der Hass dieser jungen Extremisten auf den Westen ungebrochen. Sie schlagen dort zu, wo es gerade leichter ist.
Welche Rolle spielt Bin Laden?
Gunaratna: Seine Gruppe aus nur mehr 300 Leuten ist festgenagelt an der pakistanisch-afghanischen Grenze: Doch durch die Propaganda schießen immer neue Terrorgruppen aus dem Boden.
Indien beschuldigt Pakistan: Droht Krieg?
Gunaratna: Pakistans Regierung ist kaum Drahtzieher. Die sind selbst Terror-Opfer.
# 11. September: Staubfrau Marcy Borders: “Neues Glück, neues Baby”
Die Albträume und die Furcht sind geblieben: Gefangen im Inferno des lodernden „World Trade Center“, immer auf der Flucht. Schweißgebadet wacht Marcy Borders (35) dann stets auf. Am 11. September 2001 stand sie im 81. Stock des Nordturms am Kopiergerät, als sich der erste Todesjumbo knapp über ihr in die Fassade bohrte, Doch die ehemalige Büroangestellte, die auf einem der berührendsten 9/11-Fotos völlig staubverkrustet, erstarrt und verzweifelt abgelichtet wurde, hat heute Ablenkung: In Händen hält sie Baby Zayden, gerade fünf Monate alt. Er soll ihr beim Start in ein neues Leben abseits des posttraumatischen Stresses helfen. ÖSTERREICH traf Marcy in ihrer neu renovierten Kleinwohnung in Bayonne, New Jersery:
Nach all den Jahren des Traumas: Beginnt mit Baby Zayden jetzt eine neuen Leben?
Borders: Ich dachte, dass ich wieder mehr Gewürz für mein Dasein brauchte. Und dann kam das Baby. Ungeplant zwar. Aber es war genau das Richtige: Der Süße gibt mir Kraft, einen neuen Lebenssinn. Und er hält mich auf Trap, lenkt mich ab, um nicht wieder in die alte Finsternis zu verfallen. Er ist ein Geschenk Gottes.
Sie haben noch Angst?
Borders: Die Narben sind frisch, als wäre das alles gestern passiert: Die Geister von 9/11 spuken in meinem Kopf. Mein Leben wurde mir an diesem Tag gestohlen. Die Träume wiederholen sich: Ich will weg aus New York, doch sitze in der Falle. Am Gedenktag weine ich mit den Kindern mit, die keine Eltern mehr haben. Ich war kein einziges Mal zurück in Manhattan. Ich steige in keinen Zug, keine U-Bahn. Aber mit Baby Zayden schaffe ich es wenigstens zum Spielplatz. Ich komme öfter raus aus meiner Wohnung. Und er zwingt mich zu mehr Selbstdisziplin: Ich muss jeden Tag früh auf, mich um ihn sorgen. Es ist wie eine Therapie: Er lächelt mich an – und alles ist vergessen.
Was sind ihre Pläne?
Borders: Ich starte vielleicht bald als unbezahlte Aushilfskraft in einer Kindergrippe. Um mich wieder an den Arbeitsrhythmus zu gewöhnen. Ich würde künftig gerne mit Kindern arbeiten. Eine Rückkehr in die Bürotürme der Finanzwelt kann ich mir nicht mehr vorstellen. Die Hoffnung auf Regierungs-Hilfe habe ich aufgegeben.
Haben sie noch ihre Kleider von damals?
Borders: Ja, natürlich. Es ist mein „lucky outfit“, die Kleider am Leib, mit denen ich wie ein Wunder in diesem Inferno überlebte. Man kann immer noch den penetranten Gestank riechen. Ich werde sie reinigen und an meinem ersten Arbeitstag wieder anziehen. Ein stolzes Comeback in ein neues Leben.
Wovon leben sie jetzt?
Borders: Meine Mutter hilft mir– und auch Zaydens Dad.
Haben sie Angst vor einen Attacken?
Borders: Es wird sicher wieder was passieren – aber ich hoffe diesmal, so weit wie möglich davon weg zu sein.
# 22. August: Mondexperten Paungger und Poppe: “Unser Start in Amerika!”
Johanna Paungger-Poppe, Bestsellerautorin und Mondexpertin Nr. 1, verläuft sich im Haus. Noch immer. „Da hättest du auch auf direkterem Weg zu uns kommen können“, hänselt Schriftstellergatte Thomas Poppe, als sie den Essraum betritt. Das ständige Verirren ist verständlich: Bloß seit zwei Wochen lebt das populäre Mondratgeber-Paar (13 Millionen verkaufte Bücher) im regelrechten Labyrinth ihrer neuen Riesenvilla im idyllischen White Plains, 30 Zugminuten nördlich Manhattans. Das 1908 erbaute Kolonialstilhaus hat eine Wohnfläche von 250 Quadratmeter, 4.000 weitere im Garten. Es gibt keine Zäune und bloß drei Nachbarn. Und viel Vogelgezwitscher. Kaufpreis: 1,2 Millionen Dollar. 50 Bewerber hätte es gegeben, so Poppe: „Bekommen haben wir es, da ich drei Stunden mit dem Besitzer telefonierte – und 350 Euro dafür ausgab…“. Start ins US-Leben. Gegenstände ihres aufgegeben Lebens in Klosterneuburg sind als Kartonstapel noch Fixbestandteil der Einrichtung, wenn auch das bereits ausgepackte, schicke Mobiliar dominiert. Die Tage sind hektisch: Vom Lösen der für Newcomer oft recht kuriosen Rätsel des US-Alltags bis zum Anmelden der Kinder Martina (11), Daniela (13) und Andi (19) in die Schule. MADONNA traf das Bestsellerduo zum Interview über ihre Mission, auch Amerika die Macht der Mondzyklen zu vermitteln:
Gerade angekommen in Amerika – was sind Ihre Pläne?
Paungger: Zuerst wollen wir unser Haus beleben, die Tücken unseres völlig neuen Alltags meistern. Uns anpassen. Und dann denke ich, dass wir hier wichtige Aufklärungsarbeit leisten können: Unser gesamtes Mondwissen basiert ja hauptsächlich auf dem Bauen und der Ernährung. Und beides scheint hier im Argen! Vor allem: Das hemmungslose Hineinstopfen von Dingen über dessen Herkunft man keine Ahnung hat. Wichtig ist ja auch das Begreifen, wie Essen auf den Tisch gelangt. Wie man mit der Natur umgeht, wie auf einen gesunden Kreislauf geachtet wird. Die gesamte Einstellung zum Umweltbewusstsein. Doch bevor wir die Amerikaner missionieren, wollen wir unsere eigenes Leben hier so umweltgerecht wie möglich gestalten. Trotz aller Schwierigkeiten: Gerade recherchieren wir, wie wir den Müll trennen können…
Poppe: Man staunt ja recht. Beim Hauskauf hat die Agentin geschwärmt: Hier gibt es die tollste Müllabfuhr – die nehmen alles mit. Ungetrennt meint sie. Und als wir unserem Tischler Anweisungen gaben, wie er in Abstimmung mit den Mondphasen seine Arbeiten verrichten könnte, bekam der fast einen Lachkrampf.
Ist deshalb die USA ein weißer Fleck im Mondimperium.
Paungger: Ich habe noch zu wenige kennengelernt, um die Ursache ausreichend verstehen zu können. Die Bauarbeiter und Möbelpacker waren ja alle keine. Auffällig scheint jedoch: Die Leute lesen offenbar wenige Bücher. wir finden nicht mal Regale dafür. Es gibt bloß Ständer für DVD-Player. Und die Bücher haben kürzere Texte, mehr Bilder, sind oberflächlicher.
Bereiten sie ein auf den US-Markt abzielendes Buch vor?
Poppe: Absolut. Doch zuerst will ich das Land besser verstehen. Und wir betreuen ja weiter den deutschsprachigen Raum, schreiben Kolumnen, beantworten Leserbriefe – nun eben mit dem Laptop vom Garten oder dem örtlichen Starbucks an der andere Seite des Atlantiks aus.
Paungger: Wir sind nicht vorrangig gekommen, um den amerikanischen Markt zu erobern. Aber es kann bald sein, dass mir langweilig wird… Und gleich bei meiner ersten Reise kamen erstaunlich viele Leute zu meinen Vorträgen. Amerika scheint reif! Schwieriger als in Wien kann es ja nicht werden: Dort muss man ja meist erst sterben, um anerkannt zu werden. Die Leute hier scheinen offener dem Neuen gegenüber zu sein.
Was genau kann Amerika von den Mondzyklen lernen.
Paungger: Das Restaurieren ist ein Jammer. Da wird überall drüberlackiert. Beim Bauen werden keine Mondphasen beachtet: Klar, dass ein Parkettboden knackst, wenn ich ihn bei Vollmond repariere. Dann natürlich die Ernährung. Und niemand versucht, Stärken und Schwächen eines Kindes aufgrund des Geburtsdatums zu ergründen.
Sie haben sich spontan zum Umzug entschlossen.
Paungger: Ich kam vor zwei Jahren zum ersten Mal nach New York. Ich stieg am Flughafen aus und wusste: Das ist Heimat, hier hat alles Platz! Alle Klischees trafen zu: Stinkend, hektisch. Großartig!
Auch für jemanden, der in seiner Arbeit Harmonie predigt…
Paungger: Vielleicht resultierte die Faszination für mich daraus, stolz zu sein, das alles überlebt zu haben. Und wenn man ohne Englischkenntnisse Essen bestellen kann und es auch bekommt, muss an dem Ort was tolles dran sein..
Poppe: So spontan und aus dem Bauch heraus die Idee war, so generalstabsmäßig planten wir den Umzug: Wir schickten unsere Kinder wegen der Sprachkenntnisse auf die Internationale Schule. Sogar der Autohändler holte mich am JFK-Flughafen mit dem neuen Wagen ab. Das Haus kauften wir, ohne es jemals gesehen zu haben. Da war uns schon etwa bange.
Warum White Plains?
Paungger: Wichtig war bei der Wahl der Gegend vor allem die Nähe eines Bioladens: Und das ist mit dem Supermarkt „Whole Foods“ ideal. Ich hatte keine Lust, hier wie vor zehn Jahren in Wien Pionier bei der Suche nach Biokost zu sein, wo man als Außerirdischer angesehen wurde und die Produkte neben dem Hundefutter lagen. Das Bewusstsein über gesunde Ernährung sollte in der Bevölkerung etabliert sein. Und wenn ein Riesenladen wie Whole Foods hier überlebt, dürfte das hinhauen. Wir sind begeistert: Man kriegt wirklich alles! Und es schmeckt großartig. Und noch was erstaunte mich: Sogar Fastfood kann mitunter gut schmecken. Ich probierte einen Hotdog, der war überraschend gut! In Wien wurde mir immer übel bei so etwas.
Wie haben sie sich eingelebt?
Poppe: Vieles ist gewöhnungsbedürftig: Aber wir sind nicht hierhergekommen mit der festen Erwartung: Das hat gefälligst so zu sein! Wir nehmen es mit Humor.
Wie geht es den Kindern?
Paungger: Es gefällt ihnen sehr gut. Die Mädchen erkunden die Gegend mit ihren Fahrrädern – finden jeden Tag einen neuen Weg zu ihrer künftigen Schule. Nur Martina war die erste Woche krank. Wegen der eisigen Klimaanlage.
Poppe: Und Andi, den wir zur Selbstständigkeit erzogen haben, leidet darunter, dass er hier selbst als 19-jähriger wie eine „kleines Kind“ behandelt wird, praktisch nichts darf.
Werden sie ihr Haus „mondgerecht“ adaptieren?
Poppe: Wir haben eher praktische Probleme: Es gibt keinen einzigen rechten Winkel in dem Haus. Wir arbeiten viel mit Holzkeilen, damit zumindest das Piano geradesteht.
# 9. Juni: Kdolsky: “Amerika hat mit Hillary Chance verpasst…”
Sind hier bei der UNO in New York Österreichs Regierungsvertreterin bei der AIDS-Konferenz. Wie steht es im Kampf gegen die Seuche?
Kdolsky: Die Schere klafft leider weiter auseinander: Es gibt nach wie vor mehr Erkrankungen, als der Therapie zugeführt werden können. Und in Österreich haben wir Probleme bei immer jünger werdenden Mädchen. Es gibt hier leider eine Sorglosigkeit, da geglaubt wird, es gäbe ohnehin eine Therapie. Dass die dadurch nicht wieder gesund werden, wird vergessen. Und Experten bestätigen mir hier, was ich seit eineinhalb Jahren fordere: Der einzig sichere Schutz ist das Kondom. Dazu habe ich auch Expertise bei Privat-Hilfsgruppen wie etwa der Clinton-Foundation eingeholt.
Apropos Clinton: Was ist ihre Reaktion auf den Sieg Obamas über Hillary im Demokratenkrimi?
Kdolsky: Ich wäre keine Frau in der Politik, wenn ich nicht gehofft hätte, dass es Hillary schafft. Amerika hat hier eine historische Chance verpasst. Ich hoffe, dass sie eine relevante Funktion in Amerika und der Welt findet. Und Hillary war auch, was für meinen Job relevant ist, eine Vorreiterin in der Reform des Gesundheitswesens.
Deren österreichische Variante weiter für heftige Turbulenzen sorgt. Haben sie alles von der anderen Seite des Atlantiks im Griff?
Kdolsky: Zwei Tage ohne mich werden keine großen Lücken hinterlassen. Aber ich verfolge natürlich die Entwicklungen und führe Telefonate. Was mir hier bei meinen US-Trip hilft, sind die ermutigenden Gespräche mit Experten, die alle sagen: Qualitätssicherung und Strukturen, die basieren auf Erfahrungen in der Medizin, sind die nötigen Schritte, die wir im 21. Jahrhundert brauchen. Und das wollen wir in Österreich in die richtige Richtung bringen.
Prompt hat da die Landeshauptfrau von Salzburg, Gabi Burgstaller, drei Forderungen gestellt, ohne denen Erfüllung sie Schwierigkeiten bei der Beschlussfassung im Parlament sieht.
Kdolsky: Ich bin immer normalerweise offen für Ideen. Doch jetzt ist nicht die Zeit zum Nachverhandeln. Ich habe meine Rolle beim Schnüren des Pakets erfüllt, habe Bedenken von verschiedensten Seiten eingearbeitet und das Papier mehrmals adaptiert. Jetzt ist das Parlament am Zug.
Sie haben Kommunikationsprobleme beklagt.
Kdolsky: Wenn man mit allen spricht, heißt das nicht automatisch, dass man auch verstanden wird. Aber wenn jemand geglaubt hatte, die Gesundheitsreform würde bei ersten Widerständen wieder in der Schublade verschwinden, der hat sich geirrt. Und ich verstehe nicht, warum trotz allem Entgegenkommen nach wie vor Fehlinformationen verbreitet werden: Wie zum Beispiel die Mär von der “befristeten Verträge”. Es ist keine Reform gegen die Ärzte. Doch auch die müssen sich bestimmten Qualitätskriterien stellen.
# 12. April: Geiselopfer-Mutter Maria Nussbaumer: “Schwirrt durch meinen Kopf…”
Sie warten auf die Überführung der sterblichen Überreste von Bert. Was sind Ihre letzten Informationen?
Maria Nussbaumer: Wir wurden in Kenntnis gesetzt, dass noch seitens der US-Regierung ein Dokument fehlt. Wir hoffen, dass es in Kürze zu einer Überstellung kommt. Die Leichen der US-Kollegen sind ja alle schon freigegeben. Und unsere Formulare haben wir bereits vor zehn Tagen in die USA gefaxt. Es ist keine leichte Situation für uns: Wir wollen die Beerdigung rasch durchführen. Um einen Abschluss zu finden. Alles ist vorbereitet – wir warten nur mehr, dass Bert zu uns nach Hause kommt.
Wie geht es ihnen?
Nussbaumer: Ich habe wieder begonnen, zu arbeiten. Hart ist vor allem, die vielen Informationen, die wir auch bei dem Treffen in Minneapolis erhielten, zu verarbeiten. Das schwirrt durch meinen Kopf: Hat es wirklich Chancen gegeben, die Geiseln zu befreien? Ich habe bisher ja nur die eine Seite gehört. Die Unterlagen, die US-Helfer Mark Koscielski vorgelegt hatte. Von den Bestrebungen der Behörden liegen hingegen praktisch keine Details vor. Am Ende weiß ich nicht mehr, was ich glauben soll.
Im Parlament gab es eine Anfrage, wo Aufklärung von der österreichischen Regierung über konkrete Schritte bei der Fahndung nach den Geiseln gefordert wird. Was ist Ihre Reaktion?
Nussbaumer: Das macht Bert auch nicht mehr lebendig. Aber trotzdem: Ich würde gerne die ganze Wahrheit erfahren, was sich wirklich zugetragen hat! Ob Bert befreit hätte werden können. Ob es Lösegeldforderungen gab, die ignoriert wurden. Aber ich befürchte, dass wir das nie ganz genau wissen werden.
Was haben Sie über die Todesursache und den Zeitpunkt erfahren?
Nussbaumer: Wir forderten eine Kopie des Obduktionsberichtes aus den USA an. Bisher ist aber nichts eingetroffen. Natürlich will ich wissen, wie und wann er gestorben ist. Das ist ein wichtiger Teil des Trauerprozesses, einen Abschluss zu finden.
# 4. April: US-Helfer Mark Koscielski: “Wahrheit wird ans Licht kommen”
Es soll Planungen in Österreich gegeben haben, die Geiseln freizubekommen. Die wären nach Druck von außen angeblich verworfen worden.
Koscielski: Das würde perfekt ins Muster passen. Auch unsere Aktionen wurden jedes Mal, wenn wir gute Kontakte hatten und es Chancen gab, von den US-Behörden abgewürgt, richtiggehend vereitelt. Meinen Kontakten, Profis, die im Irak direkt mit den Kidnappern gedealt hätten, wurden stets alle nötigen Dokumente verwehrt. Wie auch mir und einem privaten Rettungsteam, das ich hier unter Kriegsveteranen rekrutiert hätte.
Die Behörden in Österreich wie auch der Sicherheitsdienst “Crescent Security” bestreiten, jemals Lösegeldforderungen erhalten zu haben.
Koscielski: Von denen berichtete ja sogar die “Associated Press” kurz nach dem Überfall. Basras Polizeichef Maj. Gen. Ali al-Moussawi, der Forderungen von den Kidnappern erhielt, hatte die kommuniziert. Und sogar die Kontaktperson im US-”State Department” unterrichtete eine US-Familie im Februar des Vorjahres über eine zweite Lösegeldforderung. Meine Informanten nannten nach Recherchen im Irak die Summe: 150.000 Dollar. Es ging in dem Drama nie um Politik: Es ging um Rache an Crescent und Erpressung!
Warum hätte dann die US-Regierung ihre Leute derart hängengelassen? Das macht doch keine Sinn.
Koscielski: Vielleicht war es bloß Ignoranz, Unfähigkeit, Rivalität zwischen den einzelnen Agenturen.
Wie sind sie gestorben?
Koscielski: Sie wurden erschlagen. Vor drei bis sechs Monaten. Und es gibt Indizien, dass sie sich auch gewehrt haben könnten.
Wie geht es weiter?
Koscielski: Mindestens drei der US-Familien werden rechtliche Schritte ergreifen. Die Wahrheit wird ans Licht kommen.
# 30. März: US-Helfer Mark Koscielski: “Jetzt sind sie tot…”
Wie geht es der Familie Nussbaumer?
Koscielski: Das Abwickeln der Formalitäten lenkt sie ein wenig ab. Sie hatten ein siebenseitiges Formular auszufüllen. Sie konnten es vom Hotel aus nicht nach Österreich faxen. Deshalb machte ich das mit Franz in meinem Geschäft. Ich wundere mich auch ein wenig, dass niemand von der österreichischen Regierung ihnen hier vor Ort geholfen hat.
Wie verbringt die Familie diese schweren Stunden?
Koscielski: Wir waren am Samstag nochmals in der großen “Mall of Amerika”, dem größten Einkaufszentrum Amerikas. Ablenkung ist das wichtigste. Und dann brachte ich sie auch noch zum Airport. Ich gab ihnen einen US-Flagge zu Ehren Berts. Obwohl Bert Österreicher ist: Für mich und die anderen Familien ist er ein Amerikanischer Held!
Was wissen Sie über den Zustand der Leichen?
Koscielski: Sie sollen bereits im November des Vorjahres getötet worden sein. Das FBI dürfte jedoch in Kürze detaillierte Autopsieberichte vorlegen. Dann sind die letzten quälenden Fragen beantwortet: Wann starben sie? Wie? Wie wurden sie behandelt?
Warum hat die Austro-Task-Force keinen Kontakt zu ihnen gehalten?
Koscielski: Sie sind wohl vom FBI und vom State Department gewarnt worden. Nach meinem dreistündigen Gespräch in Kuwait im März des Vorjahres habe ich ihnen mindestens sieben Emails geschickt. Auf Antworten wartete ich vergebens.
Haben sie vielleicht auch Fehler gemacht im Umgang mit dem FBI, Porzellan zerschlagen, zu undiplomatisch agiert?
Koscielski: Das FBI hat mir mir der Verhaftung gedroht. Das ist ein Bedrohung für mich. Auf so etwas reagiere ich sehr sauer! Danach schien die Gesprächsbasis beiderseitig ruiniert. Sie haben mir sogar verboten, ihre lokalen Büros in Bagdad und Kuwait zu kontaktieren. Sie hatten kein Interessen an meinen Infos: Und jetzt sind die Jungs tot…
# 29. März: Franz Nussbaumer: “Schwerer Schock”
Wie haben sie die Nachricht aufgenommen?
Nussbaumer: Es geht uns den Umständen entsprechend. Wir haben ja doch bis zuletzt gehofft, dass er noch lebt. Aber irgendwie haben wir uns doch auch seelisch auf das Schlimmste vorbereitet – deshalb sind wir vielleicht gefasster.
Wie geht es weiter, wann werden sie den Leichnam sehen?
Nussbaumer: Wir hatten zuerst geplant, noch Dover zu fliegen an die Ostküste. Aber das geht sich wegen unserem Rückflug nach Wien nicht mehr aus. Wir werden ihn wahrscheinlich dann erst in Österreich in Empfang nehmen – nach der Überführung.
Haben sie Hilfe?
Nussbaumer: Die Botschaft in Washington hat ihre Hilfe angeboten. Und hier unterstützt uns auch Mark Koscielski bei der Abwicklung des Papierkrams. Wir bekamen gerade ein Fax vom FBI, wo der Prozess beschrieben wird. Und wir müssen Formulare ausfüllen.
Wie geht es ihrer Mutter?
Nussbaumer: Der Schock sitzt tief. Nach dem Telefonat mussten wir vor die Türe. Wir sind spazieren gegangen, kauften ein paar Sachen. Es wäre uns im Hotel die Decke auf den Kopf gefallen. Ablenkung ist jetzt mal das wichtigste.
Sie haben jetzt Gewissheit.
Nussbaumer: Das ständige Warten auf Neuigkeiten ist zumindest jetzt zu Ende. Doch die tiefe Trauer wird erst in den nächsten Tage wirklich voll ausbrechen. Wenn man dann in einer ruhigen Minute am Sofa sitzt – und darüber nachdenken kann.
# 29. März: Geisel-Helfer Mark Koscielski: “Sture Haltung”
Wie helfen Sie der Familie Nussbaumer?
Koscielski: Ich habe sie gestern, als sie die grauenhafte Nachricht erfuhren, besucht – und sie dann zum Shopping ausgeführt. Sie brauchten eine Ablenkung. Sie hatten ja bis zuletzt große Hoffnungen gehabt, dass Bert doch noch am Leben ist – und nicht diese dritte Leiche gewesen wäre, die sich zur Obduktion und Identifikation in der Dover Aitforce Base befindet. Es hat sie hart getroffen. Ich werde ihnen jetzt helfen, Regierungsformulare auszufüllen, die zur Übergabe des Leichnams nötig sind. Und ich helfe ihnen auch, beim Umbuchen der Flüge.
Wo werden sie Bert sehen?
Koscielski: Geplant ist das in Dover, in Delaware. Sie wollen jetzt rasch dorthinreisen, die Leiche endgültig identifizieren und dann mit ihm nach Österreich zurückfliegen. Das kann aber alles mehrere Tage dauern.
Sie haben die US-Behörden massiv kritisiert.
Koscielski: Die US-Regierung hat sie mit ihrer sturen Haltung, aus politischen Gründen mit Terroristen nicht zu verhandeln, praktisch auf dem Gewissen. Sie wurden getötet, weil wir nicht bezahlten! Sie wurden zu Opfern in einem makaberen Spiel. Es gab während all der langen Monate zahlreiche Chancen, die Jungs mit Lösegeldzahlungen, die nicht einmal besonders hoch gewesen wären, freizubekommen. Letztendlich haben sich die Kidnapper, wohl frustriert über den Mangel an Verhandlungswillen, ihrer Geiseln entledigt. Ein Verbindungsmann, der einst das Video in Bagdad überbrachte, hatte sich bitter beschwert. Er sagte: Wir hatten keine andere Wahl.
Sie hatten das Geld beisammen?
Koscielski: Großteils. Das meiste kam von den Familien – und ich hätte den Rest zugeschossen. Doch meine Kontakt-Leute wurde die Einreise in den Irak verwehrt. Wie auch mir. Nicht einmal beim Abwerfen von Flugzettel wollte uns die US-Armee helfen. Das FBI drohte mir mit der Verhaftung, falls ich mit meinen eigenen Recherchen und Bemühungen, die Geiseln freizubekommen, nicht aufhöre. Für die ist das natürlich sehr peinlich.
Sie haben auch die österreichischen Behörden kritisiert.
Koscielski: Auch seitens der österreichischen Task Force hätte ich mir erwartet, die Infos, die ich ihnen persönlich vor einem Jahr in Kuwait überbrachte, zumindest weiterzuverfolgen. Ich habe denen alles gegeben, sie mehrmals danach kontaktiert, Emails geschickt mit neuen Updates. Nie hörte ich etwas zurück. Nicht einmal ein höfliches Danke. Vielleicht haben ihnen auch die US-Behörden aufgetragen, keinen Kontakt mit mir zu unterhalten.
Wie geht es weiter?
Koscielski: Die Familien müssen den ersten Schock verdauen. Aber ich wollte sie auch über meinen Informationsstand sowie den Besitz meiner Unterlagen über die skandalösen Versäumnisse in dem Geiseldrama informieren. Deshalb hatten wir das große Meeting am Freitag. Die Wahrheit muss ans Licht kommen! Ich fordere genau Untersuchungen, was wirklich hinter den Kulissen passierte.
# 29. März: Maria Nussbaumer: “Ich kann mir das gar nicht vorstellen…”
Es liegen neue Informationen zu einer regelrechten Pannenserie vor – besonders am Anfang des Geiseldramas. Was ist ihr Reaktion?
Nussbaumer: Nach all dem, was ich jetzt gerade erfahre, wie viele Möglichkeiten vertan wurden, wie viele Chancen verpasst, wie das FBI die Hilfe von anderen plump abgelehnt haben könnte, kann ich nur sagen: Ich bin enttäuscht und wütend! Und traurig! Was ich hier erfahren habe über all die Pannen und die möglichen Gleichgültigkeit der US-Fahnder gegenüber den Opfern: Es ist ein glatter Wahnsinn. Vor allem wenn man erfährt, dass vielleicht nicht alle Hand in Hand gearbeitet haben. Das Infos möglicherweise nicht untereinander ausgetauscht worden sind. Das jeder seine eigene Suppe kocht. Und dadurch Chancen verpasst wurden! Ich bin enttäuscht und aufgebracht.
Werden sie ausreichend informiert?
Nussbaumer: Seitens der österreichischen Behörden fühle ich mich gut informiert. Doch die können auch das nur weitergeben, was ihnen das FBI übermittelt. Und dass dürfte eher dürftig sein. Zusätzlich könnten die auch etwas zügiger handeln. Die Sache mit den Fingerabdrücken zum Beispiel: Da haben wir von den US-Familien bereits am 23. Februar Bescheid bekommen – und die österreichischen Behörden sollten das alles erst zwei Wochen später offiziell erfahren.
Was ist das schwerste?
Nussbaumer: Das Spekulieren in die Medien, diese vielen Informationen, die herumschwirren und man nie weiß, was ist echt, was sind Gerüchte. Am Ende weiß man dann nicht, was man wirklich glauben soll… Die bohrende Unsicherheit ist schlimm, und das seit 16 Monaten. Das Problem scheint natürlich zu sein, dass die Österreicher auf die Infos der Amerikaner angewiesen sind – und die sehr knausrig damit umgehen.
Haben die das Gefühl, dass der Staat Österreich genug getan hat, um Bert freizubekommen?
Nussbaumer: Es wurde uns immer versichert, dass alles menschenmögliche getan wird.
Gab es da Details?
Nussbaumer: Wir wurden unterrichtet, wenn immer jemand in den Irak geschickt worden ist. Das lief aber eher über die diplomatischen Beziehungen. Auch der Heeresnachrichtendienst soll aktiv geworden sein. Aber alles blieb stets ergebnislos. Es ist für uns schwer abzuschätzen, ob alles getan wurde. Aber ich muss es glauben, ich habe ja keine Wahl. Ich habe bei den Besuchen von Vertretern des Außenamtes die fast angefleht: “Wird alles menschenmögliche getan?” Und es wurde mit versichert: Wir gehen jedem Hinweis nach, jeder kleinsten Information.
Was sind ihre Gedanken gegenüber den Entführern?
Nussbaumer (beißt die Lippen zusammen): Nachdem ich jetzt höre, dass viele von Berts Kollegen tot sind, kann ich mir das gar nicht mehr vorstellen! Wie das jemand fertig bringen kann. Die müssen derart hasserfüllt sein. Es ist schwer zu begreifen…
Wie stehen Sie Ihre schwere Reise in die USA zu den Familien von Berts getöteten Arbeitskollegen durch?
Nussbaumer: Die Familien sprechen sich gegenseitig Trost zu. Es ist ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das uns allen hilft. Ich bin froh, in diesen schweren Stunden hier zu sein.
Wann hatten sie zuletzt Kontakt mit ihrem Sohn?
Nussbaumer: Eine Woche vor der Entführung. Er war fröhlich, hat sich über nichts beschwert. Er wusste natürlich, dass es dort nicht ungefährlich ist. Aber er klang nicht besorgt. Ein ganz normales Gespräch: “Hallo, wie geht es dir” und so weiter. Und dann machte ich mir Sorgen, da er sich nicht meldete. Und dann hörte ich die schlimmen Nachrichten im Radio.
# 17. März: Börsen-Guru Heiko Thieme: “Atemberaubende
Summen…”
Die Traditionsbank Bear Stearns ist kollabiert in wenigen Stunden, verkauft um die Hälfte des Wertes ihres eigenen Bürogebäudes. Dazu gibt es neue Börsenbeben rund um die Welt. Wie schlimm steht es?
Thieme: Das ist die potentiell größte Finanzkrise in der Menschheitsgeschichte. Der Grund sind die explodierenden Derivatgeschäfte, die das zehnfache des Bruttosozialproduktes der Erde ausmachen und zu einem Risiko-Multiplikator werden. Die Summen sind atemberaubend: Wenn nur ein Prozent dieser oft undurchsichtigen Geschäfte pleite geht, sind das 5,5 Billionen Dollar – das halbe GDP der USA. Oder die zehnfachen Verluste des Black Monday an der Wall Street 1987. Und fast ein Taschengeld verglichen mit den Abschreibungen in der gegenwärtigen Subprime-Krise: 200 bis 300 Milliarden Dollar. Das globale Finanzsystem wird getestet wie noch nie. Doch am Ende eröffnet das auch historische Kaufchancen.
Was ist mit Bear Stearns passiert?
Thieme: Die Katastrophe, die als Auslöschung bezeichnet werden muss, ist teils technischer Natur: Anders als kommerzielle Banken konnte die Investmentbank kein Geld direkt von der Notenbank borgen. Das wurde jetzt geändert. Das Schlucken um zwei Dollar pro Aktie, ein echter Ramschpreis, durch JP Morgan Chase illustriert die Dramatik dieses Notverkaufes.
Was kann und muss die US-Regierung, samt dem Fed, tun?
Thieme: Da die Krise so einmalig ist, muss sich der Fed erst herantasten. Die Zinsen müssen runter, am besten ein ganzes Prozent. Die Märkte müssen beruhigt werden, sodass die durch die Liquiditäts- und Vertrauenskrise unter Druck geratenen Inventare, die ja insgesamt nicht wertlos sind, wieder zu reellen Preisen gehandelt werden können. Doch die Krise ist tief. Es ist ein Hurrikan, dessen Verwüstung wir über ein Jahr lang spüren werden. Doch das Finanzsystem wird nicht kollabieren, trotz Unfällen á la Bear Stearns.
Wie geht es mit dem Dollar weiter?
Thieme: Der Dollar ist komplett unterbewertet, 20 bis 25 Prozent. Es ist auch hier ein psychologisches Problem: Die US-Regierung konnte bisher nicht glaubhaft machen, dass sie den Dollar verteidigt. Die schwache Währung potentiert nun die Vertrauenskrise. Aber Amerika wird die stärkste Weltwirtschaft bleiben.
Welche Reformen sind nötig?
Thieme: Die Banken werden jetzt zu Opfern ihrer eigenen Gier. Sie erfanden immer neue “Finanzprodukte”, die sie weiterverkauften – ohne sich um die Qualität zu kümmern. Warren Buffett bezeichnete zu Recht die Derivatgeschäfte als “Massenvernichtungswaffen der Finanzwelt”.
# 7. März: Krimiautorin Chelsea Cain: “Wir bringen euch um…”
Ihre Hauptdarstellerin ist so etwas wie ein weiblicher Hannibal Lecter. Können auch Frauen Massenmörder werden?
Cain: Es gibt genug Fälle von Serienmörderinnen, doch meistens passieren die Morde im Stillen. Es ist eher Gift im Tee als ein Blutbad auf der Straße. Und wir töten nicht nach dem Prinzip Zufall: Wir bringen euch um, Gatten, Boy-Friends. Und wir werden auch weit seltener erwischt. Gretchen Lowell in meiner Trilogie tötet jedoch wie ein Mann: Blutrünstig, ohne Reue, grundlos.
Sie wurden ermuntert, Grauenhaftes in den bizarrsten Details so furchtbar wie möglich zu beschreiben.
Cain: Das verdanke ich Chuck Palahniuk, der “Fight Club” und andere recht gewaltsame Werke schrieb: Er las mein Manuskript und sagte: “Ich will spüren, wie dieses tote Mädchen aussah, ich will sie riechen”. Ich borgte ein Fachbuch von einem Freund über den Prozess der Verwesung aus, überlegte mir, wie ein verrottetes Auge aussieht. Am Ende hatte ich eineinhalb Seiten, nur für die Beschreibung dieser zugerichteten Leiche. Aber ich schuldete meinem Publikum, das Opfer einer Vergewaltigung und eines Mordes so furchtbar zu beschreiben, wie es ist.
Haben sie diesen Stil in ihrem zweiten Buch fortgeführt?
Cain: In Teil II wurde ich eher beim Beschreiben der Sexszenen deutlich. Ich versuchte, die unterschiedliche Formen von Intimität zu erforschen. Insgesamt ist Archies und Gretchens Beziehung geprägt von Gewalt und Sex. Doch auch die Beschreibung grauenhafter Szenen kommt nicht zu kurz. Ich liebe es: Ich schaue mir auch Operationen im TV an. Das Tolle: Als Buchautor hat man weit mehr Freiraum, Dinge brutal zu beschreiben. Weit mehr als im TV oder Kino. Man kann sagen: Warum nicht? Warum kann diese Krähe nicht den Augapfel aus der Augenhöhle picken?
Was sagte ihre Gatte, als der das Buch las?
Cain: Er war weit weniger überrascht, als viele meiner Freunde und Bekannten. Die konnten sich wegen meines sonnigen Gemüts diese “dunkle Seite” gar nicht vorstellen. Er weiß jedoch, welche blutrünstigen TV-Shows ich mir reinziehe und welche Bücher ich lese. Oftmals muss er das Wohnzimmer verlassen, wenn ich mir eine Operation im TV ansehe.
Hauptcharakter Gretchen ist eine Killerin, die ihre Macht besonders deutlich ausübt, als sie Cop Archie foltert. Bekommen sie Fanpost von Frauen, die im Geheimen mit ihr sympathisieren?
Cain (lacht!): Sympathisieren ist ein zu starkes Wort. Aber viele erleben eine Art Thrill, wenn sie eine Frau in einer Rolle sehen, die in der Literatur meist von Männern ausgefüllt wird.
Stören sie Vergleiche mit dem Schweigen der Lämmer?
Cain: Ich habe mir selbst beim Schreiben gedacht, dass es diese Vergleiche geben wird. Meiner Meinung nach sind die Charaktere aber höchst unterschiedlich. Meine Theorie ist: “Silence” war so ein Hit, dass es für viele der erste Thriller war, den sie jemals lasen. Deshalb nehmen sie das als Referenzpunkt, und rufen “Silence of the Lambs!” selbst bei den kleinsten Ähnlichkeiten.
Steckt in uns eine Faszination über diese Killer?
Cain: Natürlich! Wir erforschen andauern unser eigenes Potential für Gewalt. Und auch die Angst hat einen Fixplatz innerhalb unserer Vorstellungskraft. Bei Serienmördern können wir uns auch vorstellen, Opfer zu werden, da die zum Spass, nach dem Zufallsprinzip töten. Wir zerbrechen uns den Kopf, welcher Schalter in dessen Gehirnen umgelegt wird, der solch unfassbare und zynische Gewalt auslöst.
# 29. Februar: “Oscar-Gattin” Stephanie Taussig: “Adrenalinschub!”
Wie haben sie die aufregenden Tage in L.A. erlebt?
Stephanie Taussig: Es ist alles schwer einordenbar. Verschiedenste Gefühle kommen alle auf einmal – und aus allen nur erdenklichen Richtungen. Ein echtes Wirrwarr im Kopf: Natürlich große Freude! Aber auch Unsicherheit, was das jetzt in der Praxis bedeutet für unsere Zukunft, besonders unser Privatleben. Aber hauptsächlich seltsam…
Seltsam?
Taussig: Den Oscar kennt man von Kind an. Und man hat nichts damit zu tun! Man sieht die goldene Statue und weiß: Sie ist ungreifbar, etwas fernes, in Hollywood. Ein jährliches Ritual, das aber nie etwas mit dir selbst zu tun hat… Jetzt wirkt das ganze absolut unwirklich: Wie in einem Traum. Und man sitzt plötzlich in dieser Riesenlimo, und kurvt durch Hollywood.
Haben Sie und Ihre Familie auch Angst vor einer neuen Realität?
Taussig: Wir werden damit umgehen, wenn wir die reellen Auswirkungen spüren und einschätzen können. Es ist noch alles schwer vorstellbar, der Medien-Hype, der Jubel, der Nationalstolz. Und oft besteht die Gefahr, dass man von der Press vereinnahmt wird: Wir sind Papst! Wir sind Oscar! Plötzlich gehört das ganz Österreich – und nicht nur jenen, die so hart dafür gearbeitet haben. Und diese Leute, die den Oscar gewannen, haben jetzt in der Öffentlichkeit zu funktionieren. Das wird erwartet. Aber dennoch: Es ist das gute Recht einer Nation, auf ihre Landsleute stolz zu sein. Und es wird für uns auch schwerer sein, fortan ein zurückgezogenes Privatleben führen zu können – das wir brauchen und das mir sehr wichtig ist! Das gehört zu uns, zu den Leuten, die wir sind.
Was bedeutet das für den österreichischen Film? Und welche Rolle wollen Sie dabei spielen?
Taussig: Ich hoffe sehr, dass es für den österreichischen Film einen Aufschwung geben wird: Ich erwarte mir, dass jetzt mehr möglich sein wird, dass auch Projekte abseits des Mainstream bessere Chancen haben.
Könnte eine neue Ära anbrechen?
Taussig: Man muss noch abwarten, um die genauen Effekte beurteilen zu können: Welche Konsequenzen hat die große Berichterstattung? Wie groß wird der Neid sein? Wer wird wen wie vereinnahmen? Aber ich hoffe das beste.
Ist es auch für Sie und Ihren Mann eine Genugtuung, trotz aller Skeptiker das alles hier erreicht zu haben?
Taussig: Nicht was das Schauspielen betrifft. Vielleicht ist es eher eine Genugtuung für die Produzenten.
Sie haben ihre Koffer verloren?
Taussig: Karls Koffer sind verschwunden. Wir reisten deshalb gleich nur mit Handgepäck los. Dennoch war der Flug in eine 36-Stunden-Odyssee ausgeartet. Karls eingepackter Smoking reist noch immer durch die Welt und wird den Oscar nie erleben…
Wie sehen die Kinder den Oscar-Erfolg?
Taussig: Es sind auch bei ihnen zwiespältige Emotionen: Es ist aufregend, unglaublich. Sie haben etwas tolles erlebt. Doch jetzt müssen sie selbst lernen, mit all dem umzugehen, Und wir werden sie daher unterstützen, wo wir nur können. Es ist schwer, wahrgenommen zu werden, vor allem weil man Teil von jemanden anderen ist.
Ihrem Sohn Louis sind die Tränen gekommen, als der Oscar verkündet wurde.
Taussig: Das überrascht mich nicht. Wir waren alle enorm gerührt. Es war mir wichtig, dass wir in diesem Moment zu dritt waren. Natürlich hätte ich mich gefreut, wenn auch Karl dabeisein hätte können. Doch ich war bis kurz davor relativ gelassen – wahrscheinlich, weil ich so müde war. Aber dann kommt plötzlich der Adrenalinschub: Der Umschlag wird geöffnet, und dann der Moment! Das ist Freude pur! Nachher war ich dann sehr schnell wieder müde. Der Jetlag, die Strapazen der ganzen Reise.
Planen sie neue Filmprojekte, mit ihrem Gatten wieder an der Seite etwa?
Taussig: Ich habe meiner Schauspielkarriere eine kurze Auszeit gegeben – und konzentriere mich auf neue Herausforderungen, wo ich gerade die Ausbildung als Montessorie-Lehrerin mache: Ich arbeite irrsinnig gerne mit Jugendlichen, da das eine Personengruppe ist, 12 bis 15-Jährige, die in der Öffentlichkeit gerne weggeschoben wird. Das heißt aber nicht, dass ich niemals mehr in den Schauspielberuf zurückkehren will. Es ist nach wie vor meine Herzensangelegenheit. Ich genieße es auch, die Oscar-Freude nicht als Schauspielerin mitzuerleben – sondern als Partnerin.
Würden sie auch nach Hollywood ziehen wollen?
Taussig: Eindeutig Nein. ich lebe wahnsinnige gerne in Österreich. Ich fühle mich hier sauwohl. Ich bin in Amerika geboren, und habe als Kind dort gelebt: Aber es ist nicht mein Land.
# 24. Februar: Mr. Oscar Stefan Ruzowitzky: “Voll cool…”
Wie erlebten sie den Moment der Entscheidung?
Ruzowitzky: Ich hörte das Wort “Austria”, doch dann zögerte ich noch eine Sekunde mit dem Aufstehen: Mein Gehirn wollte wohl auf Nummer sicher gehen, dass das nicht alles eine Täuschung ist.
Waren sie davor nervös?
Ruzowitzky: Muss ich wohl zugeben. Ich hatte diesen kalten Schweiß an den Händen. Doch als ich zur Bühne marschierte, war das Gröbste vorbei. Zuerst hatte ich die Siegerrede improvisieren wollen. Doch viele warnten mich: “Da stehst du dann oben und alles ist aus – wie in einem Flash”. Deshalb habe ich mich doch vorbereitet, mir eine kleine Rede überlegt.
Wie haben ihre Kinder reagiert?
Ruzowitzky: Meine Tochter Emma gratulierte per SMS, und sagte knapp: “Voll Cool” Mit meiner zweiten Tochter habe ich telefoniert. Sie wollen den Oscar jedenfalls in die Schule mitnehmen und haben schon gefragt, wann sie ihn haben können…
Mit wen haben sie auf den Parties geredet?
Ruzowitzky: Howard Stringer, der Sony-Boss, hat mir etwa gratuliert. Es ist schon witzig: Wir sind der einzige Oscar für den Unterhaltungsgiganten Sony. Und wahnsinnig über diesen österreichischen Riesenerfolg gefreut hat sich natürlich auch Wolfgang Puck.
Was haben sie jetzt vor, mit dem Oscar in der Tasche?
Ruzowitzky: Ich werde versuchen, Druck auch auf die Politik auszuüben. Um mehr Förderungen zu erkämpfen! Ich will für dieses Land was erreichen: Ich bin ja stolz, Österreicher zu sein. Und was ebenfalls Anlass zur Riesenfreude gibt: Der Film ist hier in die USA toll angelaufen! Wir hatten das zweithöchste Einspielergebnis für einen deutschsprachigen Film aller Zeiten – und das nach bloß zwei Tagen.
Wollen sie nach Hollywood übersiedeln?
Ruzowitzky: Nein, ich habe zwei Kinder in der Schule, wir haben ein Haus, wir fühlen uns in Österreich wohl. Einzelnen Projekte kann ich mir aber natürlich vorstellen.
# 24. Februar: Oscar-Darsteller Karl Markovics: “Briefbeschwerer…”
Wie fühlt sich ein Oscar an?
Markovics: Ganz normal, nichts wirklich besonderes. Es ist ein Ding. Und es geht nicht ums Ding. Letztendlich kann man mit dem ansich nur Briefe beschweren. Es geht ja um etwas viel größeres.
Können sie den Moment beschreiben als es hieß: And the Oscar goes to … AUSTRIA!
Markovics: Ich habe nicht auf Penelopé Cruz geschaut, sondern bin am Schirm hängengeblieben. Ich dachte mir: Ich will es lieber nur hören. Und als ich es dann hörte, war alles ganz wunderbar.
Hatten sie Herzklopfen?
Markovics: Nein, eigentlich gar nicht. Ich war gar nicht wirklich aufgeregt. Was das schönste war: Ich habe mich natürlich gefreut, ich fand den Abend sehr schön, fand sogar diese kitschigen Musiknummern sehr gut. Dabei war es nicht so, dass ich mir dachte: Wir bekommen ihn ohnehin nicht! Ich wusste: Einer von uns Bewerbern wird ihn kriegen! Und dann saßen wir inmitten der anderen Kandidaten – denen ging es ebenfalls so. Ich kannte die alle schon von einem Treffen davor.
Was bedeutet das für Österreich? Für das Land? Und für die Filmindustrie?
Markovics: Wenn man mich fragt, würde ich mir eine Verdopplung des Film-Outputs wünschen. Es soll ein nationales Anliegen für einen überschaubaren Zeitraum sein. Und es soll gefördert werden, wo es auch nur geht! Man muss diesen Schub an Euphorie in eine sinnvolle Kreativität verwandeln! Weil die Euphorie verfliegt sehr schnell, wie man weiß. Vergleichen wir es mit dem Fußball: Einmal Deutschland bei der WM zu schlagen, ist gut für Enkelkindergeschichten – es hat aber letztendlich den österreichischen Fußball nicht gerettet. Wir sollen alles tun, um das nicht zu einer Sternschnuppe werden zu lassen.
Fühlen sie nun Genugtuung gegenüber manchen Kritikern?
Markovics: Das wäre die falsche Reaktion, sich jetzt ins Fäustchen zu lachen. Wir sollten eher Selbstbewusstsein demonstrieren: Ein österreichischer Film, mit einem österreichischen Regisseur und österreichischer Finanzierung kann auch einen Oscar gewinnen! Das sollte Wege öffnen für andere, die bisher künstlich klein gehalten wurden. Das ist ein echter Durchbruch! Wir haben gezeigt: Alles ist möglich!
Was sind ihre nächsten Pläne?
Markovics: Ich werde dabei sein bei jedem ehrgeizigen und ernstzunehmenden Projekt eines österreichischen Regisseurs. Ich bin stolz, Teil der Drehbuchkommission zu sein, die eine Auswahl tr
